Sowohl als auch...

2019

Infinity Quartett

In „Sowohl als auch…“ geht es um Brückenschläge. Martin Jaggi, Vinko Globokar und Richard Barrett sind Künstler, die nicht nur ein Doppelleben als Komponisten und Interpreten führen, sondern auch Wurzeln in mehr als nur einem Kulturkreis haben. Die im neuen Programm des Infinity Quartetts im Zentrum stehenden Komponist/innen vermitteln in ihren Werken damit zwischen verschiedenen geografisch-kulturellen und professionellen Herkünften: Die japanische Komponistin Keiko Harada engagiert sich mit dem Projekt SOUND GEAR für interkulturellen Austausch, der Basler Komponist Martin Jaggi lebt seit 2016 in Singapur und vertont altasiatische Texte. Der in Frankreich und Slowenien beheimatete Vinko Globokar gehört seit den 1960er Jahren als Interpret, Improvisator und Komponist zu den zentralen Figuren der Neuen Musik und stellt in seinen Werken gerade den Aspekt der Körperlichkeit in den Mittelpunkt, der nicht selten mit politischen Auseinandersetzungen beispielsweise mit den Balkankriegen der 1990er Jahre verknüpft wird. Der Brite Richard Barrett studierte zunächst Genetik und Mikrobiologie und bezieht häufig mathematische Aspekte in seine Werke ein, während sich der junge französische Komponist Bastien David von der Musik Myanmars für seine Arbeit als Instrumentenbauer inspirieren lässt. Es geht also um das Multiperspektivische – um das „Sowohl als auch…“.

Galgenlieder

2017

Infinity à5 mit Aleksander Gabryś - Kontrabass

Was stört so schrill die stille Nacht?
Was huscht und hascht und weint und lacht? Was cymbelt gell? Was flüstert sacht? 

aus: Das Fest des Wüstlings (Christian Morgenstern)

Ausgehend von Christian Morgensterns Gedichtzyklus Galgenlieder von 1905 stellt das Ensemble Infinity à5 die Werke zweier lebender Komponistinnen gegenüber: Sofia Gubaidulinas Galgenlieder und ein neues Werk Ulrike Mayer-Spohns. Morgensterns grotesk-skurrile und sprachlich verspielte Dichtungen bieten dabei beste Voraussetzungen für zeitgenössische Vertonungen. Die Komponistinnen setzen in den Liederzyklen für Mezzosopran, Flöte, Akkordeon, Kontrabass und Schlagzeug eine individuelle Auswahl an Texten musikalisch um; spannend wird aber auch der unterschiedliche Umgang beider mit drei gemeinsamen Gedichten (Das Mondschaf, Das Knie und Das Fest des Wüstlings) sein. 

Die Wahl der Komponistinnen lässt ein kontrastreiches Konzertprogramm erahnen: Sofia Gubaidulina (geboren 1931), deren christlicher Glaube und tatarisch-russische Herkunft starken Einfluss auf ihre Werke nehmen, schafft Kompositionen von grosser Emotionalität und Dichte. Ihre Galgenlieder (1996) sind ausdrucksstarke und an religiöser Symbolik reiche Vertonungen. Mit genau  zwanzig Jahren Abstand wird die junge in Basel beheimatete Komponistin Ulrike Mayer-Spohn (geboren 1980) Morgensterns Gedichte in der ihr eigenen Experimentierfreudigkeit erkunden. Dabei wird das Spiel mit neuen Klangfarben ebenso zentral sein wie ein differenzierter Umgang mit der humoristisch-morbiden Vorlage. 

Pressebericht

Wenn die Rehlein zur Nacht beten - Christian Morgensterns "Galgenlieder" im Basler Gare du Nord: Kammermusik auf höchstem Niveau

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